Wenn die Jungfrau mit dem Wassermann

über Sinn und Unsinn der Astrologie

Wenn Sie anfangen, sich ein wenig mit Astrologie zu beschäftigen, kann Ihnen folgendes passieren: Bekannte kommen auf Sie zu und fragen neugierig: Du, ich hab’ gehört, du machst Astrologie! Du weißt doch, ich bin “Widder” und jetzt hab’ ich jemand kennen gelernt, der ist auch “Widder” – das passt doch?

Das ist ungefähr das Gleiche, wie wenn Sie sagen würden: Ich bin Unterfranke, jetzt hab’ ich jemand kennen gelernt, der ist auch Unterfranke, das passt doch?

Mag sein, dass Sie beide gerne einen Schoppen trinken oder “P’s” wie “B’s” aussprechen, aber eine Garantie für eine glückliches Zusammensein ist das wohl nicht.

Dass es so einfach mit der Astrologie nicht sein kann, wissen wir eigentlich alle, denn sonst hätten wir uns längst als “Widder” ebenfalls einen “Widder”, einen “Löwen” oder “Schützen” geangelt und wären glücklich.

Ist denn nun was dran an der Astrologie, oder sind die Aussagen abergläubischer Humbug, der oft nicht das Papier wert ist, auf dem er gedruckt ist?

Das, was der “Mann von der Straße” unter Astrologie versteht und das, was Sie in billigen Zeitungshoroskopen lesen können, hat mit seriöser Astrologie etwa so viel zu tun wie ein Big Mac mit französischer Feinschmeckerküche. Festzustellen ist zunächst einmal, dass es der Astrologie nicht möglich ist, konkrete Ereignisse vorherzusagen. Das ist auch weder Sinn noch Aufgabe der Astrologie. Leider wird das oft falsch gesehen: Früher war das schlechte Wetter schuld, dass man krank wurde, seit man sich mit Astrologie beschäftigt, ist es der schlechtgestellte Saturn – jetzt hat man eine neue Projektionsfläche und damit eine weitere Möglichkeit, Verantwortung von sich wegzuschieben.

Glauben Sie mir, dem Saturn am Himmel ist es völlig egal, ob Sie mit Grippe im Bett liegen oder nicht und er hat nicht die geringste Lust, das zu beeinflussen. Abgesehen davon: Angenommen, ein Astrologe prophezeit Ihnen eine angeblich schlechte Konstellation, z.B. eine Unfallgefahr… Um dem zu entgehen, bleiben Sie an diesem Tag vorsichtshalber im Bett. Vorausgesetzt, sie fallen nicht aus demselben, haben Sie keinen Unfall, also war die Prognose doch falsch, oder? Angenommen, Sie kümmern sich nicht um die ungünstige Prognose, verdrängen sie und stürzen sich wie jeden Tag mitten ins Leben… Prompt haben Sie einen Unfall… War dann die Prognose richtig oder sind Sie dem Prinzip der ‘Self-fulfilling-prophecy’ erlegen – also das Ereignis ist eingetreten, weil es Ihnen nahegelegt wurde?

Und selbst wenn die Voraussage richtig war. Was hat es Ihnen genutzt? Sie haben den Astrologen dafür bezahlt, dass er Ihnen gesagt hat, Sie hätten einen Unfall, und dann hatten Sie einen Unfall. Da wüsste ich weiß Gott Besseres mit meinem Geld anzufangen!

Im Horoskop können Sie Energien erkennen – wertneutral und abstrakt, aber Sie können nicht erkennen, wie jemand mit einer an sich weder guten noch schlechten Kraft umgehen wird. Vielleicht so, wie Sie feststellen können, dass jemand in Besitz eines scharfen Messers ist. Allein daraus können Sie aber nicht schließen, ob er sich aus Ungeschicklichkeit selber verletzen wird, ob er es benutzen wird, um Brot zu schneiden oder ob er vorhat, damit jemanden zu erstechen. Das hat viel mit seinem Bewusstseinsniveau zu tun, und das können Sie allein aus dem Besitz des Messers nicht erkennen. Sinn und Aufgabe der Astrologie bestünde z.B. darin, dem Menschen – um bei dem Beispiel zu bleiben – darauf hinzuweisen, dass er im Besitz des Messers ist, und ihm die Möglichkeiten aufzuzeigen, konstruktiv damit umzugehen. Das war ihm vielleicht bisher gar nicht so bewusst, und er hat sich nur immer gewundert, warum sich viele in seiner Nähe so verletzt fühlen.

Es gibt keine guten oder schlechten Horoskope und auch keine grundsätzlich guten oder schlechten Konstellationen, höchstens schlechte Astrologen. Dafür können aber die Sterne nichts. Die Wertung bringt der Mensch ins Spiel und das ist hier auf jeden Fall schlecht.

Es geht in der Astrologie bzw. bei der Erstellung eines Horoskops darum, die Energien, die einen Menschen mitgegeben sind, ihrer Eigenart und ihrem Zusammenspiel nach zu beschreiben. Diese Energien sind ihrem Symbolgehalt nach zu beschreiben. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, ein bestimmtes Energiepotential, z.B. das der “Durchsetzung”, zu erleben oder zu erleiden. Das Horoskop ist sozusagen das “Anlagemuster” des betreffenden Menschen, der Auftrag des “Himmels” oder des Kosmos an ihn, diese mitgegebenen Kräfte zur Entfaltung, zur Blüte zu bringen. Es ist sein Lehrplan für dieses Leben. Und wie im Lehrplan in der Schule sollen die Themen inhaltlich gelernt, das heißt begriffen werden. In welcher Form oder Situation sie verpackt sind, ist dabei zweitrangig, so wie es gleich ist, ob Sie in der Schule das Wesen der Multiplikation an 7 x 8 , an 6 x 4 oder an einer Textaufgabe begreifen und hinterher multiplizieren können.

Solange sie aber nicht wissen, dass es bei all den Textaufgaben, die zunächst einmal ganz unterschiedlich aussehen, immer um das gleiche Thema, nämlich die Multiplikation geht, tun Sie sich schwer und Sie sehen keinen Sinn und keinen Zusammenhang.

In dem Moment, in dem Sie verstehen, dass da immer das gleiche Thema, das gleiche Prinzip – nämlich Multiplikation – dahinter steht, haben Sie “die Nuss geknackt” und eine Entwicklung vollzogen. So arbeitet die Astrologie. Sie gibt Ihnen unter anderem die Möglichkeit, in der großen Vielfalt an Szenen und Situationen Ihres Lebens, in denen vieles unklar und ungerecht erscheint, den Symbolgehalt, die dahinter liegenden Themen zu erkennen. Sie können daraus auch die Erkenntnis gewinnen, dass an Situationen Ihres Lebens, mit denen Sie vielleicht nicht zurecht kommen, primär niemand schuld ist, sondern dass im Moment noch nicht das Bewusstsein vorhanden ist, das Problem zu lösen. Wenn Sie Schwierigkeiten mit 7 x 8 haben, ist das ja auch nicht die schuld der „bösen 7″ oder der “schlimmen 8″, sondern die 7 oder die 8 mit der Sie so ringen, hat nur die Funktion, Sie etwas zu lehren. Ist dieser Lerninhalt integriert, stört die Zahl nicht mehr. Astrologie kann so verstanden auch helfen, von Projektionen wegzukommen und Sie ein klein wenig aussöhnen, mit dem, was ist.

Es geht dabei immer darum, den Inhalt, den Sinn einer Situation zu verstehen und nicht darum, die konkrete Form zu erraten. Das Horoskop ist in diesem Sinne das vielleicht exakteste Diagnose-Instrument, wenn es darum geht herauszufinden: Wer bin ich? Warum passiert gerade mir gerade das? Wohin zielt meine Entwicklung? Sie kann Ihnen entschlüsseln, welche Bedeutung hinter den Ereignissen Ihres Lebens steht und Ihnen so helfen, sich selbst und das, was Ihnen widerfährt besser zu verstehen. Astrologie ist so verstanden ein Weg zur Selbsterkenntnis, und darüber hinaus eine Weisheitslehre, die einen manchmal  die Ordnung der Schöpfung erahnen läßt.

Es gibt ein ganz einfaches Kriterium, an dem Sie ablesen können, ob jemand Astrologie richtig anwendet oder nicht: Immer wenn sie nach der Beschäftigung mit Astrologie sich selbst ein bisschen besser verstehen, wenn Sie Erkenntnis über sich und Ihre Welt bekommen haben, sich bereichert fühlen – dann ist das ein guter Umgang mit Astrologie, ansonsten – Finger weg!

Warum ist denn in unserer Zeit Astrologie eine etwas fragwürdige Disziplin geworden? Wie kommt es zu so vielen Missverständnissen und irrigen Annahmen?

Der Grund liegt in unserer Art zu denken.

Wir denken logisch und folgerichtig und sind mächtig stolz darauf. Wir gehen die Dinge wissenschaftlich an, differenzieren genau und können alles kausal begründen. Das ist sicher eine gute Fähigkeit, mit der wir es auch weit gebracht haben.

Aber es gibt noch eine andere Art, die Welt zu sehen. Fast könnte man sagen – nicht LOGISCH sondern ASTROLOGISCH.

Tatsache ist, dass allen Weisheitslehren, so auch der Astrologie, ein symbolhaftes Denken, ein Denken in Bildern, zugrunde liegt. Alten Kulturen war dieses Denken in Bildern noch sehr vertraut. Sie hatten noch nicht den Zugang zu dem uns so vertrauten intellektuellen Denkansatz. Dieses symbolische Denken steht in Gegensatz zu wissenschaftlichem Denken – manchmal wird es auch als “senkrechtes” Denken – als „Denken in Analogieketten bezeichnet. Wissenschaftler und Astrologen reden damit zunächst einmal aneinander vorbei – oder anders ausgedrückt: Sie sprechen verschiedene Sprachen. Kein Wunder, dass es da zu Missverständnissen kommt!

Wohlgemerkt: Beide Arten, die Welt zu sehen und zu erklären, sind legitim und sinnvoll und sollten sich ergänzen!

Lassen Sie mich die unterschiedlichen Arten zu Denken an einem Beispiel erklären: Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und haben Fieber, Sie stehen dennoch auf und trinken Kaffee, dabei verbrennen Sie sich den Mund, bei der Fahrt zur Arbeit beginnt der Kühler ihres Autos zu kochen, … im Büro angekommen, schreit Ihr Chef Sie völlig grundlos an…

Mit logischem, wissenschaftlichen Denken untersuchen Sie jedes einzelne Ereignis dieses Vormittags und suchen nach Gründen:

Also: Fieber tritt auf, weil Sie sich ein Virus eingefangen haben,

der Kühler des Autos kocht, weil das Thermostat defekt ist,

der Chef tobt, weil er ein Choleriker ist …

Einen inneren Zusammenhang der verschiedenen Ereignisse, die etwa zeitgleich aufgetreten sind, kann das wissenschaftliche Denken, die Logik nicht erkennen. Da ist sie blind. Sie nennt es ZUFALL, und genau an dieser Stelle setzt das andere, das analoge Denken der Astrologie ein, das das Gemeinsame, das Verbindende von Ereignissen zu verstehen sucht. An dem beschriebenen Beispiel gibt es neben den konkreten, begründbaren Ereignissen nämlich noch etwas Anderes: Es gibt einen gemeinsamen Nenner, ein durchgängiges Thema für alle Situationen, das man Überhitzung nennen könnte. So gesehen könnte sich hinter den scheinbar zufälligen Ereignissen des Vormittages eine sinnvolle Information verbergen:

Auf verschiedenen Ebenen meines Leben erfahre ich im Moment überschießende hitzige Energie. Was bedeutet das für mich? Was sagt mir das über mich? Wie gehe ich damit um?

Dies ist die Sichtweise des analogen Denkens. Sie beschäftigt sich mit dem Inhalt, mit der Bedeutung der Ereignisse – nicht mit der äußeren Form!

Natürlich ist es bei dem beschriebenen Beispiel auch wichtig, sich zu fragen: Welches Grippemittel nehme ich? Wer repariert mein Auto? Wie beruhige ich den Chef? Wenn Sie aber etwas über die Bedeutung dessen, was Ihnen passiert, erfahren wollen, dann geht das nur über das analoge Denken, das die Welt als Gleichnis betrachtet und den Symbolcharakter im Ereignis sieht. Dieses analoge Denken erlaubt es, das gemeinsame Thema, die gemeinsame Information herauszufiltern, die in die verschiedensten Szenen unseres Lebens verpackt ist.

So zeigt sich das Bild “Überhitzung” in unserem Beispiel sowohl im Körper (Fieber) als auch im Auto (Kühler kocht) und im Verhalten des Chef (kocht vor Wut) und könnte sich noch auf tausenderlei andere Weise konkret darstellen.

Ein Astrologe, könnte in Ihrem Horoskop sehr wohl die – zunächst neutrale Kraft – der “Hitzigkeit” feststellen. Wie Sie diese Kraft dann aber erleben, zum Beispiel

- positiv –         Sie machen intensiv Sport und kommen so richtig ins Schwitzen,          oder

- negativ –        Sie lassen das Essen anbrennen,                                                          ob

- als Täter –      Sie schreien Ihren Partner an                                                               oder

- als Opfer –     die hitzige Energie tobt sich in Ihrem Körper als Fieber aus

das steht in Ihrem Horoskop nicht drin, dafür ist keine astrologische Konstellation verantwortlich, sondern nur Sie selbst!

Was hat das jetzt alles mit Sonne, Mond und Sternen zu tun?

Warum schauen die Astrologen in die Sterne, um etwas über einen Menschen zu sagen?

Der Grund liegt wieder im “analogen Denken”, das dem Gesetz der hermetischen Philosophie folgt und in der Kurzform lautet: WIE OBEN SO UNTEN

An dem Beispiel wurde schon deutlich, dass eine bestimmte Energie – hier die der ÜBERHITZUNG/AGGRESSIVITÄT – auf allen Ebenen Ausdruck finden kann:

- auf der beruflichen Ebene – im Streit mit dem Chef

- auf der Körperebene – im Fieber usw.

Auch auf der Himmelsebene gibt es Verkörperungen dieser Urenergien, nämlich Sonne, Mond und die Planeten. Diese Gestirne. sind Vertreter von Urkräften. Sie stehen symbolhaft für diese Kräfte – so wie der kochende Autokühler oder der tobende Chef nur Symbole für eine bestimmte Energie sind.

Die Astrologie könnte man definitiv als die Lehre von Urkräften/Urenergien und ihrem Zusammenwirken nennen. Dieses Zusammenwirken wird am Stand der Gestirne abgelesen.

Wie kommt es dann zu einem Horoskop – bzw. was ist das genau?

Horoskop kommt nicht von „Horror“.

Das Wort Horoskop kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Wortteilen

Hora = Stunde    und

skopein = blicken zusammen.

Man könnte es also übersetzen mit: „in die Stunde blicken“ .

Mit Stunde ist ja die Zeit angesprochen, womit Zeit nicht vom quantitativen Aspekt her (wieviel) gemeint ist, denn sonst würde man ja die Aufforderung „in die Stunde zu blicken” mit dem Blick zur Uhr beantworten. Die Uhr wird manchmal ja auch als Chronometer bezeichnet vom griechischen “chronos” die Zeit.

Im Griechischen gibt es aber noch ein anderes Wort für “Zeit” und zwar “kairos”. “Kairos” meint die Qualität der Zeit, den “rechten Augenblick”. Dass die Zeit ganz unterschiedliche “Qualitäten” hat, kennen wir alle aus eigener Erfahrung ganz genau. Überlegen Sie, wie Sie die Zeit empfinden, wenn Sie 1 Stunde im Stau festsitzen oder 1 Stunde mit einem netten Menschen gemütlich beim Essen. Auch wenn beides wissenschaftlich exakt gemessen, genau ein Stunde ist, so haben beide Zeiträume doch ganz unterschiedliche Qualität. Um wenn man Horoskop mit “in die Stunde blicken” übersetzt, so ist gemeint, die “Qualität”, die “Eigenart” eines bestimmten Zeitpunktes ausfindig zu machen. Übrigens wird beides, sowohl Zeitqualität als auch Zeitquantität mit Hilfe der Gestirne gemessen. Das Horoskop ist also ein Instrument, um Zeitqualität zu messen.

Wie mache ich das? An dem Ort und zu der Zeit deren Qualität ich feststellen will, blicke ich zum Himmel und mache die exakten Positionen von Sonne, Mond und Planeten aus. Diese Himmelskörper stehen – wie wir inzwischen wissen – stellvertretend für bestimmte Energiepotentiale.

Diese Positionen der Gestirne werden runterprojiziert und aufgezeichnet. Die Zeichnung, die ich dann erhalte, nennt man Horoskop. Ein Horoskop ist also eine Orts-Zeitgleichung und beschreibt die Energieverhältnisse, die in diesem Moment an diesem Ort herrschen.

Eine Horoskoperstellung ist demnach zunächst eine reine Messung und ist als solche absolut exakt. Genauso exakt wie ein Thermometer die Temperatur oder eine Waage das Gewicht misst. Hier möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass die Gestirne die Zeitqualität anzeigen. Sie machen sie nicht und sie beeinflussen sie nicht. Genauso wenig wie die Waage Ihr Gewicht beeinflusst. Sie zeigt es einfach nur an, zuverlässig und neutral. Ob Sie das angezeigte Gewicht richtig ablesen und interpretieren können, liegt an Ihnen nicht an der Waage.

Genauso beschreibt ein Horoskop eine Energiekonstellation, die in diesem Augenblick an diesem Ort herrscht und die sich nach dem Gesetz „wie oben so unten“ auf der Erde in irgendeiner Form ausdrücken wird. Wird an diesem Ort gerade ein Kind geboren, so wird durch dieses Kind das Zusammenspiel der Energien sozusagen leibhaftig. Es ist angetreten, diese Energiepotentiale zu leben.

Eines ist mir an dieser Stelle ganz wichtig zu sagen: Das Anlagemuster, das einem Mensch bei seiner Geburt mitgegeben ist, und das in seinem Horoskop abgebildet ist, ist als solches absolut wertneutral. Es gibt keine guten oder schlechten Konstellationen und es gibt keine guten oder schlechten Horoskope. Gut oder schlecht ist höchstens, was ein Mensch aus seinen Anlagen macht. Es gibt also in einem Horoskop nichts zu verbessern oder zu therapieren, sondern es geht immer nur um eins: Erkennen was ist, um es zu verstehen und gut damit umgehen zu können. Denn, je besser ich weiß, welche Kräfte in mir angelegt sind, desto bewusster und sinnvoller kann ich damit umgehen.

Und da sich dieses Urkräftemuster ständig verändert – es gibt auch in 1ooo Jahren keine völlig identischen Gestirnskonstellationen – gibt es auch keine völlig identischen Horoskope. Ein Horoskop ist also eine ganz individuelle Sache, es ist so individuell wie Ihr Fingerabdruck. Und Sie alleine sind geboren , um diese Kräfte lebendig werden zu lassen. Außer Ihnen kann es niemand in dieser Weise tun. Schon aus diesem Grund ist Astrologie für mich ein ganz großes JA zum Leben, ein JA zum Annehmen und konstruktiven Umsetzen dessen, was mir vom Himmel mitgegeben wurde.

Was kann man aus einem Horoskop sehen?

Man könnte das Horoskop eines Menschen als eine Landkarte seiner Lebenslandschaft beschreiben. So zeigt Ihr Horoskop in symbolischer Form unter anderem

- wo Sie in dieser Lebenslandschaft gerne König sein möchten,

- welche Bereiche Sie gerne erobern möchten,

- was Ihnen gefällt und wo Sie sich geborgen fühlen, aber auch

- wo “Berge” sind, also Bereiche, die Sie möglicherweise als anstrengend empfinden,

- wo „Nebelgebiete“ sind, also Bereiche, wo Sie leicht Täuschungen unterliegen

und vieles mehr.

Diese Landkarte Ihres Lebens zeigt „Sackgassen“ ebenso wie “Wegweiser”, die in eine bestimmte Richtung zeigen und somit eine Orientierung für den Lebensweg geben.

Was kann man noch in einem Horoskop sehen?

Man sieht ganz klar die Themen, mit denen sich ein Mensch im Laufe seines Lebens auseinandersetzen wird, Themen, über die etwas gelernt werden soll, die nötig sind, um eine bestimmte  Entwicklung zu machen, nötig sind, um ihn zu dem reifen zu lassen, wofür er geboren ist. Diese Themen stehen im Horoskop ganz deutlich und zwar in wertneutraler, symbolischer Form. Es steht nicht im Horoskop, in welcher konkreten Form, in welcher konkreten Situation, mit welchen konkreten Leuten ein Mensch ein Thema bearbeitet. Vergleichbar vielleicht mit dem Lehrplan in der Schule. Da steht als Thema z.B. drin: MULTIPLIKATION; da kommt ein Schüler nicht drum herum, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. In welche Textaufgabe aber die Multiplikationsaufgabe verpackt ist, ist nicht so entscheidend. Entscheiden ist, dass der Schüler erkennt, dass es bei dieser Aufgabe ums Multiplizieren geht, bzw. dass die Geschichte (Textaufgabe) ihm helfen will, das Thema der Multiplikation zu begreifen. Und hat er erst mal begriffen, worum es geht, löst er jede Multiplikationsaufgabe, egal in welcher Form (sprich: Textaufgabe) sie ihm begegnet.

Wir hängen auch alle in irgendeiner „Textaufgabe“, und im täglichen Leben ist es oft so, dass man so von konkreten Situationen gefangen ist, dass man schwer den Inhalt, die Bedeutung, dahinter erkennen kann. Die Astrologie ist ein Instrument, mit dessen Hilfe Sie die Bedeutung, den Sinn, der in einer konkreten Situation verpackt ist, herausschälen können. Sie können so Zusammenhänge herstellen zwischen vielen verschiedenen Situationen Ihres Lebens und erkennen, dass es oft um das gleiche Thema geht.

Daher ist es auch sehr sinnvoll Astrologie metagnostisch zu betreiben, also rückblickend zu schauen, welche Themen waren denn in die eine oder andere Textaufgabe meines Lebens verpackt, was war denn die Bedeutung dieser Geschichte. Sie haben so die Chance, rückblickend das Eine oder Andere besser zu verstehen und so sich mit der einen oder anderen ungeklärten Lebensphase auszusöhnen. Verschiedene Erfahrungen Ihres Lebens lassen sich so in Verbindung miteinander bringen. Sie können einen größeren Zusammenhang, eine Art “roter Faden” im Leben erkennen.

Beispiel:

Liegt ein Thema im Horoskop vor, z. Z. mache Erfahrungen mit Werten und Wertigkeiten, mit Halten und Loslassen, wird die Person sich auf verschiedenste Art in Laufe ihres Lebens mit diesem Thema auseinandersetzen.

Vielleicht wächst dieser Mensch arm auf, hat irgendwann viel Geld, spekuliert an der Börse, verliert alles, gewinnt im Lotto…

Solche Ereignisse bieten immer wieder die Chance, sich darüber im Klaren zu werden, was echte, was unechte Werte sind und die eigenen Einstellung dahingehend zu überprüfen.

Jetzt sagen Sie vielleicht: Dann finde ich halt kurz heraus, was die Themen meines Lebens sind, dann habe ich den Rest meines Lebens keine Probleme mehr.

Die Aufgabenstellung gilt immer für ein ganzes Leben, auch wenn man nicht jeden Tag gleich damit konfrontiert ist.

Um es mit dem Beispiel der Multiplikation zu erklären: Nach dem kleinen Einmaleins kommt das große Einmaleins, und das macht dann erst mal wieder etwas Mühe.

Zusammenfassend könnte man Ihr Geburtshoroskop als ein Drehbuch des Lebens bezeichnen, das speziell für Sie geschrieben ist. Das Leben mit seinen vielfältigen Situationen ist die immer wieder neue Inszenierung dieser Regieanweisung. Liegt ein bestimmtes Thema laut Drehbuch an, so werden sich im Leben des betreffenden Menschen immer wieder Umstände und Situationen ergeben, in denen Erfahrungen zu diesem Thema gemacht werden können. Dabei sind Ihre Lebensumstände quasi die Kulissen und Ihr Partner, Kinder, Freunde, Nachbarn sozusagen die Schauspieler, ohne die die Themen Ihres Lebens nicht konkret erlebbar waren. Die Figuren in Ihrem Leben gruppieren sich immer wieder entsprechend der Regieanweisung im Horoskop

Sie selbst spielen natürlich auch immer mit, und zwar in wechselnden Rollen, als Kind, als Geliebte, als Freund oder Nachbar, als Täter oder als Opfer und haben gerade dadurch eine große Chance, das Stück aus wechselnden Perspektiven zu erfahren. Es geht nun keinesfalls darum, das Drehbuch zu verändern, weil das Stück das da abläuft, Ihnen nicht gefällt oder Ihnen die Rolle, die Sie darin spielen nicht passt. Das Drehbuch als solches kann nicht verändert werden – es ist ja speziell für Sie geschrieben, aber:

Sie können die Kulissen verändern:

-} Sie ziehen um von Schweinfurt nach München (anderer Drehort), oder

Sie können die Schauspielerbesetzung/ also Ihre Mitstreiter ändern:

-) Sie suchen sich einen neuen Partner, andere Kollegen, usw.

Sie können Ihre Rolle in dem Stück wechseln bzw. sie ändert sich im Lauf des Lebens von selbst, z.B. wenn Sie klein sind, haben sie vermutlich in dem Stück Ihres Lebens die Rolle des Kindes, später dann die der Mutter, der Geliebten usw.

Ein Rollenwechsel kann auch so aussehen, dass Sie z.B. sagen: 1o Jahre hatte mein Mann die dominante Rolle, jetzt nehme ich selbst das “Heft in die Hand” - dann wird sich auch die Rolle des Mannes automatisch ändern.

Das ist alles möglich und legitim, nur darf man eines darüber nicht vergessen: Das

Stück ändert sich dadurch nicht. Es heißt dann immer noch z.B.: „Umgang mit Macht“ oder „Konfliktbereitschaft contra Harmoniebedürfnis“. Dennoch kann eine Neuinszenierung sinnvoll sein und neue Erkenntnisse bringen.

Dadurch wird auch klar, inwiefern ein Mensch durch sein Horoskop festgelegt ist:

Lassen Sie es mich an einem Beispiel erklären:

Angenommen, da wird etwas mit allen Anlagen geboren, um ein Veilchen zu werden. Das steht fest, und wenn es wächst, ist es determiniert, ein Veilchen zu werden und nicht vielleicht doch eine Rose bei guter Pflege, Dünger oder guter Erziehung. Ob dieses Gewächs seine Anlage erkennt, bejaht und sich daran freut, ein schönes Veilchen zu sein oder ob es ein Leben lang damit hadert und davon träumt, eine Rose zu sein, wie die Nachbarblume, ist aus dem Anlagebild nicht zu ersehen. Das Anlagebild sagt nur, es sind alle Voraussetzungen da, um ein Veilchen zu werden.

Auf die Astrologie übertragen heißt das:

Die Anlagen im Geburtsbild liegen fest, vielleicht vergleichbar mit den Genen. Ob ein Mensch diese Anlage aber erkennt, sie nutzt oder sie brachliegen lässt oder vielleicht sogar darunter leidet, ist seine freie Wahl.

Die Astrologie liefert mit dem Horoskop quasi eine „vom Himmel mitgegebene Gebrauchsanweisung“ und kann Orientierungshilfe sein, diese Anlagen zu erkennen und fürs eigene Leben das Beste daraus zu machen.

Ich wünsche Ihnen, dass in Ihrem Leben – mit oder ohne Astrologie – alles himmlisch läuft !

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.